Wer zuerst lacht, wird erschossen


Das Vermächtnis von Charb, des ermordeten Chefredakteurs von »Charlie Hebdo«: die Streitschrift »Brief an die Heuchler«


Von Thomas Blum|ND

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»Religion ist wie ein Penis. Es ist in Ordnung, einen zu haben. Aber man sollte damit nicht denken.« Diese Empfehlung, die vor einiger Zeit in den sogenannten sozialen Netzwerken kursierte, möchte man vor allem all jenen Männern geben, die nicht damit aufhören können, in der Öffentlichkeit ständig stolz ihre Religion hin- und herzuschwenken, und außer ihr nichts mehr im Kopf haben.

Religiöse Spinner, vom erzreaktionären katholischen Fundamentalisten bis zum islamistischen Gotteskrieger, haben oft Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass den Wahn, dem sie anhängen, nicht alle anderen uneingeschränkt teilen möchten. Und wer es, im Dienst der Aufklärung, wagt, sich über sonderbare religiöse Zwangsvorstellungen, Praktiken oder Rituale von Gläubigen lustig zu machen, bekommt nicht selten den Unmut der religiösen Fanatiker zu spüren.

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