Indiens Christen und Muslime in wachsender Gefahr


Morde, Hassreden und Zwangskonvertierungen: In Indien weden Christen und Muslime brutal verfolgt. Konserverative Organisationen fordern ein Indien nur für Hindus. Indiens Glaubensfreiheit und -vielfalt ist gefährdet.


Von Michael Lenz|evangelisch.de

Nadrenda Modi.
Nadrenda Modi.

Sunil Kumar und sein jüngerer Bruder Anil Kumar sind tot. Die beiden Männer, 36 Jahre der eine, 32 Jahre der andere, wurden durch Mord aus dem Leben gerissen. Die Täter hatten die beiden Männer während ihres Dienstes als Wachleute in der evangelischen United Christian Senior Secondary Schule in Neu Delhi überfallen, gefesselt und erschlagen. Aus dem Büro des Schuldirektors wurden umgerechnet 290 Euro gestohlen. Trotzdem geht die Polizei nicht von einem gewöhnlichen Raubmord aus. „Die beiden Männer wurden brutal ermordet. Ein Kleinkrimineller würde nicht solch grausame Morde begehen“, sagte ein Polizeisprecher gegenüber indischen Medien.

Darwin Prashad, Direktor der gemeinsam von der Union der Baptisten von Nordindien und der Kirche von Nordindien betriebenen Schule, geht von einem christenfeindlichen Hintergrund der Tat aus, begangen von extremistischen Hindunationalisten. Solange aber Beweise fehlen, ist das reine Spekulation, wenn auch eine plausible. Seit Anfang dieses Jahres hat es in der indischen Hauptstadt eine Serie von Brandanschlägen und anderen Angriffen gegen katholische Kirchen und Schulen gegeben, die höchstwahrscheinlich auf das Konto der Hindunationalisten gehen.

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