Herr Bischof, Sie sitzen mit uns Schwulen in einem Boot


Bild: The Huffington Post
Exzellenz, sehr geehrter Herr Bischof Vitus Huonder,
auf der Tagung des „Forums der deutschen Katholiken“ haben Sie vor einigen Tagen in einem Vortrag erklärt, dass Bibelstellen, die die Todesstrafe für Homosexuelle fordern, der neue Leitfaden für den Umgang mit Homosexualität sein sollten. Und dafür den Applaus der Anwesenden bekommen.


Von Dr. David Berger|The Huffington Post

Ich schreibe Ihnen diesen Brief aus ehrlicher Sorge.

Aus ehrlicher Sorge nicht weil ich Angst hätte, dass in ihrer Schweizer Diözese Chur oder hier in Deutschland wirklich die Todesstrafe für homosexuelle Akte wieder eingeführt werden könnte, sondern aus Sorge um die Kirche, für die Sie an entscheidender Stelle mit verantwortlich sind.

Zunächst: Sie halten sich selbst nicht an die Gebote der Kirche! Ihre Äußerungen haben den vom „Katechismus der Katholische Kirche“ geforderten Takt gegenüber homosexuellen Menschen nicht nur vermissen lassen, sondern sind – freundlich ausgedrückt – eine bodenlose Taktlosigkeit. Auch Ihre jüngsten Äußerungen, die die Wogen besänftigen sollten, nehmen nichts Inhaltliches zurück.

Dann: Ihre Äußerungen sind herzlos und pastoral eine Katastrophe! Wahrscheinlich wäre es zu viel verlangt, dass sie sich in einen der 18-jährigen Jungs hineinversetzen, die im Iran vor Kurzem vor den Augen ihrer Eltern an Baukränen erhängt wurden, weil sie angeblich Sex miteinander hatten.

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