Kardinal Lehmann führt Kirchenaustritte auf Entfremdung zurück


jesus_schaukelKardinal Karl Lehmann führt den dramatischen Anstieg der Kirchenaustritte im Bistum Mainz im vergangenen Jahr vor allem auf ein „stilles Sich-Distanzieren“ der Katholiken von der Kirche zurück.

evangelisch.de

Anzeichen für die Entfremdung sei der Gottesdienstbesuch, der in Mainz unter die Zehn-Prozent-Marke gefallen sei, schreibt Lehmann in der jüngsten Ausgabe des Bistumsblatts „Glaube und Leben“. Wer nur die gesellschaftliche Mehrheitsmeinung kenne, könne auf Dauer nicht in der Kirche bleiben. „Man braucht eine gegenläufige Erfahrung, die man fast nur im Leben mit einer Gemeinde machen kann“, wirbt Bischof Lehmann.

Zweifellos hätten auch die Ereignisse um den früheren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sowie der veränderte Einzug der Kapitalertragssteuer zu Kirchenaustritten geführt, räumt Lehmann ein. Hauptgrund für die große Zahl der Austritte sei allerdings der gesellschaftliche Wandel in den vergangenen Jahrzehnten. So sei es früher verpönt gewesen, bei Zusammenkünften die Fragen nach dem Kirchenaustritt zu stellen. Derzeit sei es „manchmal geradezu chic, seine Aufgeschlossenheit und Modernität durch den Kirchenaustritt zu beweisen“.

3 Comments

  1. Nur noch mal kurz zur Ergänzung:

    Acht Stunden nach Einstellung meines Kommentars wurde er von evangelisch.de veröffentlicht. Der Originalartikel, auf den sich mein Kommentar bezog, war auf keine Weise mehr aufzufinden, kein Leser konnte ihn also noch wahrnehmen, Damit war auch mein Kommentar den Blicken der Leser entzogen.

    Soviel also zur Meinungsfreiheit dieses einst so liberalen Nachrichtenportals. Formal kann jede Meinung gepostet werden. Zu sehen bekommt sie allenfalls noch die Redaktion.

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  2. Habe diese Meldung auf evangelisch.de kommentiert.

    http://www.evangelisch.de/inhalte/123744/05-08-2015/kardinal-lehmann-fuehrt-kirchenaustritte-auf-entfremdung-zurueck

    Um 9:45 habe ich den Kommentar eingestellt, er wurde als eingegangen bestätigt. Um 14:25 Uhr war er immer noch nicht freigeschaltet. Für ein professionell betriebenes Nachrichtenportal mit fest angestellten Mitarbeitern ein beschämendes Bild von Diskussionsbereitschaft.

    Aber wie dort inzwischen üblich – unangenehme Kommentare werden nicht blockiert, wie bei idea.de oder kath.net, dafür stundenlang zurückgehalten, bis die dazu gehörige Meldung nicht mehr präsentiert oder in der Anzeige so weit nach unten gerutscht ist, dass sie nicht mehr wahrgenommen wird.

    Ja, die Damen und Herren von evangelisch.de igeln sich inzwischen auch immer mehr ein. Wenn die Argumente ausgehen, zieht man sich in die Wagenburg zurück.

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