Raki-Kultur: Der Alkohol gehört zum Islam


Foto: Agora Meyhanesi. Das Agora-Meyhanesi von außen
Die Raki-Kultur ist so alt wie das Osmanische Reich. Man trinkt den türkischen Anisgeist kultiviert, gesellig und tolerant. Eine Geschichte über alte Traditionen, hohe Ideale und strenge Regeln.


Von Cigdem Toprak|DIE WELT

Wenn ein Verbot den regierungskritischen Türken in den vergangenen Jahren unter der islamisch-konservativen AKP-Regierung wirklich auf die Nerven ging – dann das Verbot des Alkohols: Die AKP hat auf allerlei Wegen versucht, den Alkohol aus der türkischen Alltag zu verbannen. Durch eingeschränkte Verkaufszeiten, durch verpixelte Raki-Gläser im Fernsehen und jüngst sogar durch Fragen für die Personalbögen der neu gewählten Abgeordneten zu ihren Trinkgewohnheiten. Dabei wurde Alkohol im Osmanischen Reich wirtschaftlich wie kulturell hoch geschätzt – noch heute gilt der Anisschnaps als nationales Heiligtum, das auch Mustafa Kemal Atatürk als „Vater aller Türken“ anbetete.

In der mehrheitlich muslimischen Türkei herrscht noch heute eine ausgeprägt osmanische Trinkkultur, die strenge Anstandsregeln voraussetzt und bereits im alten Reich die Muslime und Nichtmuslime an den Raki-Tischen zusammenbrachte. Respekt und Verantwortung sind die Grundsätze des türkischen Trinkens, für das multikulturelle Leben des Landes.

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1 Comment

  1. Zitat: „Raki, das geistige Nationalgetränk, wird seit fünfhundert Jahrhunderten in den ehemaligen Gebieten des Osmanischen Reiches gebrannt und traditionell im ‚Meyhane“ getrunken… “

    Raki ist keine Erfindung der Türken beziehungsweise der Osmanen, sondern gehörte schon vorher zum Leben der westkleinasiatischen Griechen des byzantinischen Reiches, die seit Jahrtausenden ihren Ouzo herstellten. Genau wie der Kaffee von äthiopischen Mönchen, die Mathematik aus Hindustan und Griechenland stammen, wird hier in diesem Bericht den Osmanen wieder einmal etwas zugeschrieben, was sie lediglich als jihadistische Besatzer von den eroberten Völkern in ihre Kultur übernahmen. Der Autor weist ja selbst darauf hin, dass der Weinanbau, die Schnapsbrennerei, die Meyhanetrinkhäuser sowie weitere Wirtschaftszweige in der Hand von Griechen, Armeniern und weiteren „Nichtmuslimen“ bis zu deren vollständigen Zwangskonversion, Ermordung oder Vertreibung lagen.

    Zitat: „Die Meyhane-Kultur zelebriert die osmanische Multikulturalität. “

    Nein! Die von den Osmanen mit IS-Methoden unterworfenen Völker hatten keine andere Wahl, aber versuchten sich so, wie sie konnten, gegen die türkischen Besatzer zu wehren und ihre Nationen zu befreien. Noch bis ins 19. Jahrhundert galten grausame islamische Schariaregeln im Osmanischen Reich, wurden Nichtmoslems durch Jizya-Schutzgeld und das Timar-Lehenssystem ausgebeutet sowie rechtlich (als Dhimmis keine ebenbürtigen Rechte zu Moslems) und religiös-kulturell unterdrückt (Verbot, Kirchen zu renovieren und zu bauen, Missionsverbot u.a.). Die Osmanen betrachteten sich als Speerspitze des Jihads, als dazu auserwählt, Europa und den Rest der Welt dem Mohammedanismus zu unterwerfen. Methoden dazu: Versklavung und Verschleppung von Nichtmuslimen in ihrem Herrschaftsbereich sowie durch Piraterie und Raubzüge an den Grenzen des Reiches. Neue Raubzüge in nichtmoslemische Gegenden durch jeden neuen Sultan, Beutemachen und Sklavenhandel (Arbeits-, Militär- (Janitscharen) und Sexsklaven (Haremsdamen für den gesamten islamischen Orient)). Pogrome gegen Nichtmuslime und immer wiederkehrende Massaker an Nichtmuslimen gehören untrennbar zur Geschichte des Osmanischen Reiches dazu, dieses Reich wurde erschaffen, indem man aus Anatolien einen christlichen „Friedhof“ machte. Aus einem armenischen, griechischen, assyrischen Land christlichen Glaubens wurde durch das ach so „multikulturelle“ Osmanische Reich in nur 500 Jahren eine nahezu hundertprozentige sunnitisch-islamisch-türkische Gesellschaft herbeijihadisiert.

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