Warum Angst die überfälligen Reformen der katholischen Kirche verhindert


Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Viele Katholiken erhoffen sich von der Bischofssynode vom kommenden Oktober endlich eine zeitgemäße Einstellung der Kirche zur Ehe- und Sexualproblematik. Die Chancen für grundlegende Reformen sind allerdings gering. Zu viele Ängste stehen echten Reformen im Wege zum Schaden für das Christentum. Aber auch die Gesellschaft würde von einem glaubwürdigen Christentum profitieren.


Von Niklaus Zemp|The Huffington Post

Viele katholische Gläubige fühlen sich wie Unmündige behandelt, vor allem wenn es um Ehe und Sexualität geht. In Vorschriften und Gesetzen ist festgeschrieben, was eine gültige Ehe ist, was Eheleute zu tun und zu lassen haben, auch im Bereich Sexualität. Die Tatsache, dass rund 40 bis 60 Prozent der Katholiken im deutschsprachigen Raum eine Mischehe eingehen, wird mit speziellen Auflagen notgedrungen in Kauf genommen.

Eheleute, die sich scheiden lassen, sind in den Augen der Kirche schwere Sünder. Das selbst dann, wenn die Trennung das Vernünftigste ist, was die beiden in ihrer Situation tun können. Wer wieder heiratet, gilt lebenslänglich als schwerer Sünder. Er darf, wenn er in der Kirche bleiben will, zwar im Gottesdienst dabei sein, aber er ist von der eucharistischen Gemeinschaft ausgeschlossen. – Alle diese Gesetze wurden von zölibatären Männern gemacht. Die Gläubigen hatten keinerlei Mitspracherecht.

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