Jenseits der Hypersolidarität


ecc97-illouzDie Soziologin Eva Illouz verteidigt das Erbe des Zionismus. Ihre gesammelten Essays, zuerst in der Zeitung „Haaretz“ erschienen, sind ein Plädoyer für eine innere Neugründung des Staates Israels.


Von Lothar Müller|Südddeutsche.de

Den Brandanschlag auf das Haus einer palästinensischen Familie in Numa bei Nablus im Westjordanland, bei dem in der vergangenen Woche ein Kleinkind getötet wurde, hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen als „Terrorakt“ verurteilt. Kurz zuvor hatte ein eben erst aus der Haft entlassener Ultraorthodoxer bei einer Messerattacke gegen eine Schwulen- und Lesbenparade in Jerusalem eine 16-Jährige so schwer verwundet, dass sie wenige Tage später ihren Verletzungen erlag. Zwei Gewaltmuster, die seit Jahrzehnten immer neue Opfer fordern, sind damit in ein grelles Licht gerückt. Bei dem einen sind die Täter jüdische Siedler in den besetzten Gebieten, die das Eigentum oder gar Leben von Palästinensern attackieren. Bei dem anderen sind Täter wie Opfer Juden: Radikale Ultraorthodoxe attackieren in Tel Aviv, Jerusalem, Haifa oder andernorts diejenigen, deren Gesinnungen oder Lebensstil dem widersprechen, was sie für das jüdische Gesetz halten.

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