„Wenn man Menschen ‚Dreck‘ nennt, ist das Nazi-Jargon“


Ihr „Tagesthemen“-Kommentar zum Thema Flüchtlinge löste einen Sturm von Reaktionen aus. Anja Reschke über den neuen Aufstand der Anständigen – und warum auch viele Asylbewerber ihr keine Angst machen.


Von Antje Hildebrandt|DIE WELT

Ihr Tagesthemen-Kommentar zur wachsenden Fremdenhetze im Internet polarisiert. Bis Donnerstagabend wurde er über vier Millionen Mal angeklickt. Im Interview verrät die Chefin des Politmagazins Panorama (heute, 22.45 Uhr, ARD), Anja Reschke, warum ihr der Kragen geplatzt ist und warum das Timing für den Aufruf zum Aufstand der Anständigen dafür kaum hätte besser sein können.

Die Welt: Glückwunsch, Frau Reschke. Ihr „Tagesthemen“-Kommentar zur Fremdenhetze im Internet wurde bis Donnerstagmittag 3,2 Millionen Mal abgerufen. Wurden Sie deswegen schon angefeindet?

Anja Reschke: Ja, aber im Großen und Ganzen bin ich ganz berührt von den vielen positiven Zuschriften. Wir bei „Panorama“ kriegen ja oft eine Flut von üblen Mails, wenn wir uns mit dem Thema befassen. Diesmal gab es aber auch viele Mails von Leuten, die sich bedankt und uns gratuliert haben. „Super!“ „Danke!“ „Endlich!“ Damit habe ich erreicht, was ich wollte, nämlich der Hetze im Netz etwas entgegenzusetzen und die Frage aufzuwerfen: Hey, Leute, wer ist denn hier eigentlich in der Mehrheit – und wer in der Minderheit?

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