Bundeswehr bildet im Irak ezidisches Peschmerga-Bataillon aus


Geflüchtete Eziden auf dem Berg Sindjar mit einem USAID-Vertreter, 13. August 2014. Foto: USAID/gemeinfrei
Die Bombardements des türkischen Militärs auf Stellungen der PKK im Nordirak und im Südosten der Türkei beherrschten vor kurzem die Berichterstattung. Immer deutlicher kam zutage, dass Staatspräsident Erdogan und die AKP nicht dem IS den Kampf angesagt haben, sondern der PKK und der linken türkisch-kurdischen Oppositionsbewegung – mit der Unterstützung der NATO und der Bundesrepublik. Ungeachtet dieser brisanten Situation gehen die Angriffe des IS auf Shengal weiter.


Von Elke Dangeleit und Michael Knapp|TELEPOLIS

Am Montag, den 27.7.2015, konnten ezidische (jesidische) Widerstandskämpfer, YPG und Peschmerga gemeinsam einen Angriff auf ein Grenzdorf im Norden Shengals erfolgreich abwehren.

Am vergangenen Montag, den 3.8, jährte sich der Genozid an den Eziden zum ersten Mal. Bundesweit fanden viele Gedenkfeiern statt. Die Angehörigen der ezidischen Glaubensgemeinschaft haben in den letzten 12 Monaten das 74. Massaker ihrer Geschichte erlebt: Männer, Frauen und Kinder wurden vom IS ermordet, versklavt oder verkauft, mit dem Ziel der Auslöschung des ezidischen Glaubens und der Konversion oder Ermordung seiner Anhänger. Damit handelt es sich nach internationalem Recht um einen Genozid.

Ein Jahr nach Beginn des Mordens und des tatenlosen Zusehens der Bundesregierung erscheinen nun Meldungen über die Ausbildung ezidischer Einheiten durch die Bundeswehr. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wer diese Unterstützung im Shengal (in der deutschen Presse auch oft als Sinjar bezeichnet) erhält. Es ist momentan sehr schwierig, genaue Informationen aus der Region zu erhalten.

Nach internationalem Recht, wie auch aufgrund der Selbstdarstellung der Auszubildenden, scheint es sich dabei um ezidische Peschmerga-Einheiten unter dem Kommando des Peschmerga-Ministeriums der südkurdischen/nordirakischen Regionalregierung von Präsident Masud Barsanî von der Demokratischen Partei Kurdistans (PDK) zu handeln.

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