Die Entstehung des Lebens: Ohne Ei zum Huhn


Schema, nach dem sich ersten komplexen Moleküle innerhalb eines Tag-Nacht-Zyklus gebildet haben könnten (Grafik: Brookhaven National Laboratory)
Wie entstanden aus einfachen Moleküle komplexere Varianten, die sich selbst vervielfältigen konnten? Forscher liefern eine überraschende neue Antwort


Von Matthias Matting|TELEPOLIS

Die Suche nach dem Ursprung des Lebens ist deutlich komplizierter als die Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Die Forscher müssen nach einer Nadel fahnden, von der sie nicht genau wissen, wie sie aussieht, und zwar in einem Heuhaufen, der vor nunmehr 4 Milliarden Jahren existiert hat und von dem niemand ein Foto geschossen hat. Schlimmer noch: selbst über die genauen Verhältnisse auf der frühen Erde weiß man heute nicht mit Sicherheit Bescheid.

Wann ist etwa das Magnetfeld entstanden, das die Oberfläche vor einem Teil der kosmischen Strahlung schützt? Immerhin gibt es aber trotzdem ein paar Anhaltspunkte, denn zumindest das Endergebnis der Entwicklung ist ja bekannt. Wir wissen, dass DNA und RNA Grundlagen des Lebens sind. Vermutlich gab es eine Zeit, in der die einfachere RNA dominierte, die „RNA-Welt“.

Doch auch zu ihrer Entstehung mussten Voraussetzungen existieren. Die Atmosphäre der Erde, so viel weiß man, bestand aus Methan (CH4), Ammoniak (NH3), Wasser und Wasserstoff. Man füge Energie in Form kräftiger elektrischer Entladungen hinzu – und das Ergebnis ist ein zu seiner Zeit Aufsehen erregendes Experiment von Harold Urey und Stanley Miller. 1953 zeigten die beiden Forscher, dass sich unter Energiezufuhr aus den Stoffen der Erdatmosphäre Aminosäuren bilden können – die Bausteine des Lebens.

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