Gespenstisch: Nonnen in Berlin


Schwester Mechthilde (82) spricht selten, außer wenn sie betet. Foto: dpa/Daniel Bockwoldt
Wer den stillsten Ort Berlins sucht, wird bei Schwester Mechthilde fündig. Abgeschottet von der Außenwelt lebt sie seit 60 Jahren in einem Schweige-Kloster an der Bayernallee.


Berliner Kurier

„Wir sprechen nicht zum Vergnügen“, sagt Mechthilde (82). Es ist einer jener raren Sätze, den sie abseits von Gebeten, von sich gibt. Gebetet wird in dem katholischen Kloster rund um die Uhr. Im 30-Minuten-Takt lösen die insgesamt 16 Schwestern einander ab. Neben diesem Dauergebet gibt’s noch gemeinsame Gebete, auf die Sekunde genau um 5.30, 11.45, 12.45, 15.15, 18 und 19 Uhr.

Dazwischen wird gegessen oder für andere Orden gebetet. Alles ist genau getaktet – und zwar strenger als sogar der Papst es vorschreibt. Die Regeln fürs Klosterleben wurden 1960 gelockert. Im Anbetungskloster in Charlottenburg entschied man sich absichtlich dagegen. Abschottung streng erwünscht.

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