Mittelalter-Forschung: Menschen brauchen Monster


Cyclopes, einäugige Riesen. Manchmal als Menschenfresser oder als Wildfleischfresser beschrieben. © Reproduktion Rudolf Simek
Rudolf Simek hat ein Buch über mittelalterliche Monster geschrieben. Die haben nichts mit Gruselgeschichten zu tun, sondern viel mit Moral. Ein Gespräch über Monster und darüber, was sich von ihnen lernen lässt.


Von Wibke Becker|Frankfurter Allgemeine

Professor Simek, Sie sind ein Experte für mittelalterliche Monster. Erklären Sie mal: Was ist ein Monster?

Ein Monster im Mittelalter war ein Mensch oder ein Volk von Menschen, das sich durch den Körper, die Ernährung oder das soziale Zusammenleben von den Europäern unterschied. Und zwar so, dass es als moralisches Beispiel verwendet werden konnte. Aber warten Sie, ich habe Ihnen ein Monster mitgebracht (greift neben sich in eine Plastiktüte.)

Echt? Zeigen Sie her!

Ich hab hier eins, ein echtes Monster (zieht ein Alf-Kuscheltier heraus)! Beschreiben Sie mal Alf.

Okay. Alf kann sprechen. Er hat einen ähnlichen Körperbau wie ein Mensch, obwohl die Nase viel größer ist. Und er hat einen ziemlich starken Haarwuchs.

Bis jetzt haben Sie mich beschrieben. Was ist an Alf anders?

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