Nicht ganz koscher


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Kaum etwas beeinflusst den Alltag religiöser Juden mehr als die Speisegesetze. Nun wird in Israel gestritten, wer Restaurants zertifizieren darf


Von Gil Yaron|DIE WELT

Die Revolution begann mit einem Bündel frischem Basilikum: „Das Gewürz war bei unserem üblichen Lieferanten nicht mehr vorrätig“, erinnert sich Schai Ghini an einen Zwischenfall 2010, der Israels religiöses Establishment bis heute erschüttert. Seit Jahren führt Ghini das kleine italienische Restaurant „Topolino“ am Rande des Basars von Jerusalem. An jenem Tag entschied er sich für Wandel. Die jüdischen Speisegesetze der Kaschrut schreiben vor, dass Grünzeug frei von Insekten sein muss. Israels Bauern entwickelten deswegen ein Verfahren, um garantiert insektenfreies Gemüse anzubieten. Dabei „setzen sie viele Pestizide ein, die Qualität ist schlecht“, sagt Ghini. „Wir wollten schon lang darauf verzichten, also kauften wir es woanders ein.“

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