Von der Entgiftung zur Entfremdung: Veganismus ist kein Garant für ein gutes Gewissen


Bild: Wikimedia Commons/alfa88papa (CC-BY-SA 3.0)
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Jeder hat mittlerweile zu jedem Lebensmittel eine Meinung. Die Ernährung wird zur Wissenschaft erklärt, der Veganismus zum Wahn. Dabei ist die vegane Lebensweise auch naturfern


Von Marie Amrhein|Cicero

Bohnen, Blumenkohl, rote Beete, Kohlrabi, Karotten: Der Garten explodiert. Nach zwei Jahren mit eigenem Gemüseanbau sind wir noch lange nicht eingespielt. Dann schießt hier der Salat in die Höhe, der Brokkoli beginnt zu blühen, rote Beete wird holzig, Erbsen dick und trocken. Einen Garten zu haben bedeutet, ein Management zu führen, zu wissen, wann was blüht, erntereif ist, nachgesät werden muss. Nach nur einer Woche Urlaub kann das Unkraut die Oberhand über den Mangold oder die kleinen Rettiche  gewonnen haben.

Neulich saßen wir beisammen, tranken Bier und pulten Erbsen. Drei Schüsseln wurden voll. Das war alles sehr wunderbar. Nur eines störte den Stolz der Bauern am nächsten Tag: Der Gang in den Supermarkt, wo das Kilo Bioerbsen für 2,50 Euro angeboten wird. Pulen, Aussäen, Unkraut zupfen, Zäune ziehen – für zwei Euro fuffzig? Und dann gilt die gemeine Erbse auch noch als unkompliziertes Gemüse!

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