Klein, brutal, tödlich: Israels radikaler Untergrund hat sich gezeigt


Polizeifoto des Anschlagorts. heise.de

Bislang hat sich der radikale Rand der israelischen Rechten auf Vandalismus beschränkt; doch nun hat sich innerhalb weniger Monaten eine gewaltbereite Gruppe gebildet. Das Ziel: Der Staat Israel soll destabilisiert, eine Spirale der Gewalt ausgelöst werden. Die Regierung hat darauf mit einer Einschränkung der Bürgerrechte reagiert.

Von Oliver Eberhardt|TELEPOLIS

„Rache“ und „Lang lebe der König, unser Messias“ hatten die Täter an die Wände des Wohnhauses in der palästinensischen Ortschaft Duma geschmiert. Dann schlugen sie mehrere Fenster ein, kippten Brandbeschleuniger in das Gebäude und warfen zwei Molotow-Cocktails hinein. Ein Großteil der Familie konnte sich mit teils schweren Verletzungen retten. Der 18 Monate alte Sohn hatte keine Chance. Gestern erlag seinen schweren Brandverletzungen.

Die Tat hat Israels Regierung und die Sicherheitskräfte unter extremen Zugzwang gesetzt: Erst am Tag zuvor hatte ein ultra-orthodoxer Israeli während der jährlichen Lesben- und Schwulenparade in Jerusalem wahllos auf Menschen eingestochen; sechs Personen wurden verletzt; eine davon starb später im Krankenhaus. Der Täter hatte gerade erst eine Haftstrafe wegen einer nahezu identischen Tat im Jahr 2005 verbüßt (vgl. Nach tödlichem Brandanschlag: „Tag des Zorns“ bei den Palästinensern).

Im Gefängnis hatte er mehrmals angekündigt, seine Tat zu wiederholen. Doch als er sich am Tag der Parade auf den Weg nach Jerusalem machte, wurde er von niemandem aufgehalten; auf den Risikolisten der Sicherheitskräfte vor Ort tauchte er nicht auf.

Zuvor hatte es in den vergangenen Monaten Brandanschläge auf Kirchen, Moscheen, eine jüdisch-arabische Schule gegeben.

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