Frankreich: Wo kleine Dealer zu Terroristen werden


Bild: (c) APA/EPA/OLIVER WEIKEN (OLIVER WEIKEN)
Überfüllte Haftanstalten gelten als Brutstätten des Terrors. Die Regierung lässt gewaltbereite Islamisten in separaten Sicherheitstrakten unterbringen, will religiöse Fanatiker resozialisieren – und stößt schmerzlich an Grenzen.


Die Presse

Er also auch. Auch Ali ist in einem dieser heillos überfüllten französischen Gefängnisse zum Terroristen geworden. Nach der Rückkehr aus Syrien, wo er sich in Raqqa dem Islamischen Staat angeschlossen hatte, hat er der Pariser Staatsanwaltschaft jetzt erzählt, wie alles angefangen hatte.

Als Kleinkrimineller war er in den Bann religiöser Fanatiker geraten. In der Haftanstalt Fleury-Mérogis lehrten ihn Mitgefangene, ihnen und Allah gefällig zu sein, zwischen halal (erlaubt) und haram (verboten) zu unterscheiden. Moslembrüder nannten sie sich. Als haram galt, nackt zu duschen, zu rauchen, Musik zu hören oder einer Frau die Hand zu geben. Ali, der die Schule vorzeitig verlassen und sich als Handlanger von Rauschgiftdealern verdingt hatte, griff nach dem ihm in der Haft gebotenen Halt. Das vom Boulevardblatt „Le Parisien“ kürzlich veröffentlichte Geständnis rührt an Wunden.

weiterlesen