Kirchenasyl: „Ein Vorgeschmack auf das Reich Gottes“


justiz_grossSommer im Jahr 2015: Die Kirchen geben ihre Austrittszahlen bekannt, die Kommunen geben ihre Nöte preis: wohin mit den ganzen Flüchtlingen? Die Erstaufnahmeeinrichtungen sind überfüllt. Zeltlager werden errichtet. Die Bürokratie erstickt unter den Asylanträgen der Menschen, die es wagen ihre Hoffnung auf Papier zu schreiben. Unterdessen zeigt sich in der evangelischen Gemeinde in Friedberg: ein Kirchenasyl belebt den Glauben und die Gemeindearbeit.

Von Lilith Becker|evangelisch.de

Die Geschichte, die Pfarrerin Susanne Domnick seit nun einem Jahr mit dem Äthiopier Abdi verbindet, hat Susanne Domnicks Sicht auf ihren Glauben und ihr Land verändert. „Abdi ist mir in die Hände gefallen und hat sich von mir auffangen lassen“, sagt sie.

Im August 2014 hat die evangelische Gemeinde in Friedberg zwei junge Männer ins Kirchenasyl aufgenommen: den 17-jährigen Abdi aus Äthiopien und den 25-jährigen Rafael aus Eritrea. Der eine ist Muslim, der andere orthodoxer Christ. In der evangelischen Gemeinde in Friedberg hat ihre Anwesenheit den Glauben und die Gemeindearbeit belebt: konfessionslose und andersgläubige Friedberger beteiligten sich an der Hilfe für die zwei Schutzsuchenden. Ein „Runder Tisch für Flüchtlinge“ hat sich etabliert.

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