Wolffsohn: Gewalt jüdischer Extremisten ist Ketzerei


Der jüdische Historiker Prof. Michael Wolffsohn. Foto: PR
In Israel nimmt der Extremismus national-religiöser und ultraorthodoxer Juden immer öfter militante Formen an. Davon zeugen unter anderem ein Brandanschlag auf ein von Palästinensern bewohntes Haus im Westjordanland, bei dem ein Mann und ein 18 Monate alter Säugling starben, sowie ein Angriff auf eine Homosexuellen-Parade in Jerusalem.


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Dabei wurde eine Frau durch Messerstiche tödlich verletzt. Auch werden immer wieder Anschläge auf Kirchen verübt. Die katholischen Bischöfe im Heiligen Land haben jetzt Anzeige gegen die extremistische jüdische Organisation „Lehava“ und ihren Vorsitzenden, Rabbi Bentzi Gopstein, erstattet. Er hatte bei einer Podiumsdiskussion Talmud-Schüler aufgerufen, Kirchen in Brand zu stecken, und das mit Anweisungen im 5. Buch Mose begründet, Stätten der Anbetung von Götzen zu zerstören. Der jüdische Historiker Prof. Michael Wolffsohn (München) sieht in solchen Vorfällen eine verhängnisvolle Entwicklung. Derartige Gewaltanwendung sei „Ketzerei“ an, sagte er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk (Köln).

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