Ungarn: Imam erlässt Fatwa gegen Rechtsradikale


Der Chef der rechten Partei Jobbik, Gábor Vona. Unter anderem gegen seine Partei hat ein einflussreicher Imam in Ungarn eine Fatwa erlassen Bild: Reuters
Muslime und Rechtsradikale bildeten in Ungarn oft eine seltsame Allianz. Doch damit ist jetzt Schluss: Ein Imam hat eine Fatwa erlassen, die jede Unterstützung der rechten Jobbik-Partei verbietet.


Von Boris Kálnoky|DIE WELT

Jetzt ist es offiziell: Die Partei Jobbik (Bewegung für ein besseres Ungarn) ist verboten. Jedenfalls für Ungarns Muslime – und auch nur, wenn sie den Worten und Lehren von Imam Miklós Ahmed Kovács folgen. Der ist immerhin Vizepräsident der Ungarischen Islamgemeinde (MIK) und sah sich kürzlich zu einem ungewöhnlichen Schritt gezwungen. Er rief eine Fatwa, ein religiöses Rechtsgutachten, aus – zur rechten Jobbik-Partei sowie gegen Gruppen, die noch weiter rechts im politischen Spektrum rangieren.

In seiner Fatwa kam der Imam zu einem eindeutigen Ergebnis: „Es ist für jeden Muslim in diesem Land ‚haram‘, also verboten, diese Gruppen, Parteien, Organisationen zu unterstützen, für sie zu stimmen, an ihrer Arbeit teilzunehmen, ihnen zu helfen, weil er damit gegen Muslime handelt“, sagte Kovács.

weiterlesen