Falscher Geist des Messianismus


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Das Judentum verbietet Gewalt gegen Andersgläubige und legt Wert auf gute Nachbarschaft

Von Rabbiner Avichai Apel|Jüdische Allgemeine

Wir sind in den vergangenen Wochen in Israel mit einem religiösen Fanatismus konfrontiert worden, der höchst bedauerlicherweise von jüdischer Seite ausging. Beispiele dafür waren der Klosterbrand in Tabgha sowie die Feuersbrunst, die das Familienhaus im Dorf Douma im Westjordanland zerstörte und ein Kleinkind sowie den Vater der Familie tötete. An den Wänden dieses Hauses war nach dem Anschlag die hebräische Inschrift zu lesen: »Es lebe der Messias.«

In der Tat werden solche Anschläge von einem falschen Geist des Messianismus angetrieben, der die »Reinigung« des Landes Israel von vermeintlichen Götzendienern beabsichtigt und die Errichtung des Dritten Tempels in Jerusalem anstrebt – im Gegensatz zu einer passiven Sehnsucht nach der Wiedererrichtung des Tempels, die in der jüdischen Tradition tief verwurzelt ist.

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