Warum sich der Vatikan mit den Rechten in Italien anlegt


Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
  • Die katholische Kirche in Italien galt immer als den rechten Parteien nahestehend. Unter Papst Franziskus hat sich das geändert.
  • Der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz hat die Lega Nord, die eine scharfe Begrenzung der Zuwanderung fordert, scharf kritisiert.
  • Die Lega Nord konterte mit der Forderung, die Kirche solle die Flüchtlinge selbst aufnehmen.


Von Stefan Ulrich|Süddeutsche.de

Die katholische Kirche in Italien wurde früher kritisiert, sie mische sich ständig gegen die Linke und für die Rechte in die Politik ein. Tatsächlich pflegte die Kirche engste Bande zur langjährigen Dauerregierungspartei Democrazia Cristiana. Später ließ sie oft kritische Distanz zu Silvio Berlusconi und dessen Forza Italia vermissen. Heute, da Papst Franziskus im Vatikan regiert, ist das ganz anders. In diesen Tagen legt sich die katholische Kirche mit der stramm rechten Lega Nord und anderen populistischen Kräften an – und bekommt Beifall von Linksintellektuellen und aus der sozialdemokratischen Regierungspartei Partito Democratico. Der Grund: die Flüchtlingskrise.

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