Jüdischer Hardrock aus Argentinien: Spiritueller Brüllgesang


Chassiden beim Gebet (picture alliance / dpa / Sergei Supinsky)
Hartes, ohrenbetäubend lautes Heavy Metal, dazu Texte über eine Welt voller Liebe. Der Frontman der argentinischen Band Atzmus, Eliezer Barletta, ist chassidischer Jude und behauptet: „Unsere Band offenbart Gott durch ihre Musik.“


Von Victoria Eglau|Deutschlandradio Kultur

Roxy, ein angesagter Club in Buenos Aires. Der Sänger auf der Bühne hat einen langen Bart und trägt einen schwarzen Hut. Die Quasten, die über seiner Hose baumeln, weisen ihn als orthodoxen Juden aus. Eliezer Barletta, der 44-jährige Bandleader von Atzmus, schmettert sich die Seele aus dem Leib – und das Publikum singt und tanzt ekstatisch mit.

Der Sound von Atzmus ist hartes, ohrenbetäubend lautes Heavy Metal, aber die Texte propagieren eine Welt voller Liebe, und eine Verbindung der Menschen zum Göttlichen.

„Im Chassidismus heißt es: Die Seele muss sich ausdrücken. Die Seele muss sich mit ihrer Lichtquelle dort oben vereinen. Für uns Musiker stellt die Musik diese Verbindung mit dem Göttlichen dar.“

Eliezer Barletta war nicht immer chassidischer Jude. Und er wuchs auch nicht in einer jüdischen Familie auf – sondern in einer katholischen, in der Musik allgegenwärtig war.

weiterlesen