Kirchliches Frauenhilfswerk „Solwodi“ empört über Amnesty


Die deutsche Ordensschwester, Prostitutionsgegnerin und Gründerin der international tätigen Hilfs- und Lobbyorganisation „Solwodi“, Lea Ackermann, ist empört über die Forderung von Amnesty International (AI) nach einer Legalisierung der Prostitution. „Ich finde das ungeheuerlich“, sagte sie Radio Vatikan (Donnerstag).


kathweb

Mit solchen Bestrebungen verdiene AI nicht den Titel einer Menschenrechtsorganisation. Profitieren würden von einer Legalisierung nicht die Frauen, sondern nur Geschäftemacher, sagte Ackermann. „Die Frauen sind im Elend und eines Tages kaputt. Aber die Organisatoren, die Bordellbetreiber, die Zuhälter, die Menschenhändler, das sind inzwischen Millionäre“, so die Ordensfrau.

In Deutschland habe die Legalisierung der Prostitution 2002 nur den Handel mit Frauen zur sexuellen Ausbeutung gefördert. Das Gesetz schütze nicht die Frauen, sondern die Freier und habe den Zuhältern „unendlich viele Möglichkeiten geschaffen“, betonte Ackermann.

Deutschland sei heute das Bordell Europas, sagte die Ordensfrau. Als positive Gegenbeispiele nannte sie Länder, in denen Prostitution verboten ist, wie Schweden, Norwegen und Kanada. „Der einzige Schutz und die einzige Möglichkeit, den Frauen zu helfen, ist den Kauf von Sex zu verbieten.“

Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im deutschen Bundestag, Michael Brand, zeigte sich am Donnerstag in Berlin „einigermaßen entsetzt“ über die AI-Forderung, Prostitution freizugeben und die staatlichen Kontrollen zum Schutz von Prostituierten abzuschaffen. „AI hilft unfreiwillig Menschenhändlern und nimmt Frauen ihre Rechte“, beklagte Brand. Der CDU-Politiker sprach von einem „fatalen und schwerwiegenden Irrtum einer der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen weltweit, den vor allem weibliche Prostituierte als Opfer von Menschenhändlern bitter bezahlen“.

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