Zentralrats-Präsident: Kirche muss sich von Judenmission abgrenzen


Josef Schuster, Bild: tagesschau.de
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, fordert von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine Abgrenzung zu Evangelikalen, die die Judenmission befürworten.


Von Daniel Staffen-Quandt|evangelisch.de

Er erwarte, dass sich die EKD und auch die Landeskirchen ganz deutlich „so positionieren, dass sie ihren christlichen Missionierungsauftrag nicht gegenüber den Juden sehen“, sagte der Würzburger Mediziner dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dies sei nicht nur wegen der deutschen Geschichte wichtig, „sondern vor allem wegen der jüdischen Wurzeln des Christentums“.

Zugleich forderte er die Organisatoren des Reformationsjubiläums 2017 auf, messianischen Juden bei den Feierlichkeiten und Kirchentagen keine Bühne zu bieten. Messianische Juden segelten „unter falscher Flagge“, sagte Schuster, denn sie „versuchen unter dem Deckmantel des Judentums Juden zum christlichen Glauben zu bekehren“. Es gebe verschiedene Ausprägungen des Judentums und des Christentums: „Aber alle Christen sehen Jesus als Erlöser – und wir Juden nicht. Das ist der Unterschied, das sollte man akzeptieren.“

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