Nationalisten lassen Erdoğan auflaufen


ap / emrah gurel Grüße vom Wolf: Bahçeli macht das Zeichen der Nationalisten.

Die Rechtsgerichtete Oppositionspartei MHP will den Weg zu Neuwahlen in der Türkei nicht erleichtern

Von Markus Bernath|derStandard.at

Zum Lachen gibt es bei Devlet Bahçeli grundsätzlich nichts. Der 67-jährige, stets griesgrämig schauende Führer der rechtsgerichteten türkischen Nationalistenpartei MHP schlug am Montag den letzten Sargnagel für eine normale Regierung nach den Parlamentswahlen vom Juni ein.

Bahçeli hatte im Parlament in Ankara eine Unterredung mit dem geschäftsführend amtierenden Premier Ahmet Davutoğlu von der konservativ-religiösen AKP. Davutoğlu wollte mit dem Rechtsnationalisten die Chancen für eine kurzlebige Minderheitsregierung oder für einen Selbstauflösungsbeschluss des Parlaments ausloten, um möglichst schnell Neuwahlen herbeizuführen. Bahçelis MHP soll dabei als Steigbügelhalter fungieren. Gespräche über eine große Koalition zwischen AKP und den Sozialdemokraten waren vergangene Woche gescheitert.

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