IS erkennt Eroberung von Istanbul durch Osmanen nicht an


Foto: Screenshot aus IS-Video, Quelle: mynet.com/dtj-online.de
Der IS hat nach der Ankündigung der türkischen Regierung, gegen ihn vorzugehen, seine Rhetorik gegenüber der Türkei verschärft. In einem neuen Video droht er nun erneut mit der Einnahme Istanbuls.


Von Tobias Lau|Deutsch Türkisches Journal

Nachdem die türkische Regierung (zumindest offiziell) begonnen hat, neben der terroristischen PKK auch gegen den sogenannten Islamischen Staat vorzugehen, droht dieser nun unverhohlen der Türkei. Über Accounts in sozialen Medien hat der IS ein Video auf Türkisch veröffentlicht, in welchem er erstmals die Türkei als direktes Anschlagsziel ins Visier nimmt. In dem Video sitzen drei bewaffnete IS-Kämpfer mit Gewehren im Arm vor der Kamera, während der älteste von ihnen in akzentfreiem und klarem Türkisch über die „Ungläubigkeit der Türkei“ herzieht. Das Land habe durch den laizistischen Kemalismus und das parlamentarische System, das „menschliche Gesetze über die Gesetze Allahs“ stelle, den Islam verraten. Erdoğan, der ein Freund der Amerikaner, „der Juden“, der „Kreuzzügler“ (gemeint sind Christen) und der „atheistischen PKKler“ sei, habe das Land an diese verkauft. Er schließt das Video mit den Worten „Lasst uns Istanbul erobern!“

Es wird als die erste Videobotschaft gesehen, in der der IS der Türkei direkt droht. Das Motiv der Eroberung Istanbuls fand sich bereits in der ersten regulären Publikation des IS auf Türkisch, der Online-Zeitschrift „Konstantiniyye“, die im Juni erschien. Auch im vergangenen Jahr deklarierte die Terror-Miliz Istanbul zum Ziel. Konstantiniyye ist der arabische Name Konstantinopels, wie Istanbul vor der Eroberung durch Sultan Mehmet den Eroberer im Jahr 1453 hieß. Auch danach wurde der Name in der offiziellen Amtssprache größtenteils beibehalten.

weiterlesen