Kirche im Überlebenskampf – Dodo Marx fordert Reformen


Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Sechs Wochen vor dem Beginn der Familiensynode in Rom legt der Münchner Kardinal Marx ein 122-seitiges Plädoyer für eine Erneuerung der katholischen Kirche vor. Keine oberflächliche Anpassung an die Moderne fordert er, sondern eine geistliche Offensive und eine Öffnung zur Welt.

Von Claudia Möllers|Merkur.de

Wer das Buch in die Hand nimmt, der hört Reinhard Marx reden. Es erscheint dem Leser fast, als habe der Münchner Kardinal für die 122 Seiten des kleinen, aber feinen Werkes mit dem Titel „Kirche überlebt“ seine Vorstellungen von der Zukunft der Kirche in einem Rutsch ins Diktiergerät gesprochen. Doch da wurde auch aufmerksam gefeilt, jedes Wort ist wohlüberlegt. Der Kardinal weiß besser als viele andere um die Richtungskämpfe innerhalb der Kirche. Umso größere Aufmerksamkeit dürfte dem Buch zuteil werden.

Marx, der nicht nur Münchner Erzbischof und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, sondern auch einer der engsten Berater von Papst Franziskus, legt keinen billigen Runderneuerungs-Leitfaden für die in schwere Wetter geratene Institution vor. Im Gegenteil: Das Buch ist eine ernsthafte Analyse der schwierigen Situation und gleichzeitig eine kraftvolle Offensive für eine glaubwürdige, zukunftsorientierte Kirche. Denn: In die globalisierte Welt und die kulturell vielfältige Gesellschaft „gehören das Evangelium und die Kirche als kritische Wegbegleiterin, die sich nicht zurückzieht und sich nur an der Vergangenheit orientiert“.

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