Warum in Deutschland Polizisten, gegen die der Staatsanwalt ermittelt, fast nie angeklagt werden


Ausweiskontrolle, Bild: youtube
Ausweiskontrolle, Bild: youtube
Gegen Polizisten, die eine Straftat begangen haben, ermitteln hierzulande Kollegen. Selbst die UN kritisieren Deutschland dafür. Doch die Polizei sträubt sich gegen Änderungen.


Von Benedict Wermter,Daniel Drepper|VICE.com/CORRECT!V

Wenn Polizisten beleidigen, drohen und schlagen, werden sie so gut wie nie bestraft. Oft kommt es gar nicht erst zur Anzeige, und wenn doch, dann erhebt die Justiz nur selten Anklage. Gegen etwa 4.500 Polizisten ermittelten die Behörden im Jahr 2013 wegen Straftaten im Amt. Weniger als jeder siebte Verdächtigte wird überhaupt angeklagt. Und fast alle kommen ohne Strafe davon.

Die Bilder aus dem Internet machen fassungslos. Wir sehen Polizisten, die einen Mann während einer Verkehrskontrolle verprügeln wollen. Mitten in Herford. Und einen zerschossenen Wagen in Köln. Ein vermeintlicher Geschäftsmann soll dort laut Polizisten das Feuer eröffnet haben. Ein Video belegt später: Das Sondereinsatzkommando schießt zuerst—mehr als einhundert Kugeln werden auf den Mann gefeuert. Der überlebt nur knapp. In Gelsenkirchen schlagen Polizisten am vergangenen Silvesterabend einen Mann tot, Anwohner beobachten sie. Das Verfahren wird Anfang Juni eingestellt. Notwehr.

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