Sure 22 Verse 39-40: Zur Legitimation von Gewalt


Bild: Deutschlandfunk
Grundsätzlich lehnt der Islam Gewalt nicht ab. Das ist unter islamischen Theologen und Islamwissenschaftlern weitgehend unbestritten. Manche halten die Gewaltverse im Koran sogar für einen Freibrief. Der amerikanische Koranexperte Mustansir Mir von der Youngstown State Universtiy im Bundesstaat Ohio erklärt im DLF einen der Verse, wonach Muslime zu den Waffen greifen dürfen.


Von Prof. Dr. Mustansir Mir, Youngstown State University, Ohio, USA|Deutschlandfunk

„Die Erlaubnis sich zu verteidigen ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – siehe Gott hat die Macht, ihnen beizustehen. Jenen, die ohne Recht aus ihrer Wohnstatt vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: „Unser Herr ist der eine Gott.“ Und hätte Gott nicht die Menschen, die einen durch die anderen zurückgehalten, zerstört worden wären Klöster, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen der Name Gottes oft genannt wird. Gott wird fürwahr dem helfen, der ihm hilft.“

Dieser Auszug stammt aus einer medinensischen Sure. Der Koran gestattet hier der frühen muslimischen Gemeinde unter dem Propheten Mohammed, zu den Waffen zu greifen, um Angriffe abzuwehren.

Die Sendereihe Koran erklärt als Multimediapräsentation

Während der mekkanischen Phase seiner Prophetenschaft vom Jahr 610 bis 622 hatten die Muslime unter der Verfolgung der Quraisch, des herrschenden Stamms in Mekka zu leiden. In dieser Zeit waren die Muslime noch nicht in der Position, Gewalt anzuwenden, um diese Verfolgung zu stoppen. Erst nach der Errichtung eines unabhängigen muslimischen Stadtstaats in Medina 622, erhielten sie von Gott die Erlaubnis, sich mit Waffengewalt zu wehren.

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