Kardinal Woelki lehnt Bevorzugung christlicher Flüchtlinge ab


Rainer Maria Woelki (2011). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Kölner Erzbischof: „Das Asylrecht ist ein Menschenrecht, unabhängig von Herkunft, Religion oder Hautfarbe“

kathweb

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki lehnt eine Bevorzugung christlicher Flüchtlinge in Deutschland ab. „Das Asylrecht ist ein Menschenrecht, unabhängig von Herkunft, Religion oder Hautfarbe. Es soll Menschen schützen, die in einer wirklichen Notsituation sind“, sagte der Erzbischof am Freitag im Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur KNA in Pristina. Alle Flüchtlinge seien gleich zu behandeln. Der Kardinal äußerte sich zum Abschluss einer einwöchigen Reise durch Albanien und Kosovo.

Woelki wandte sich auch gegen unterschiedliche Asylverfahren für Balkan-Flüchtlinge und Kriegsflüchtlinge aus Syrien und dem Irak. „Das Recht auf Asyl ist unteilbar und ein Individualrecht. Da müssen die europäischen Staaten Regelungen finden, wie das Asylrecht für jeden Einzelnen zur Anwendung kommt, unabhängig von seiner Herkunft.“

Als „Unfug“ bezeichnete der Kardinal den Vorschlag, Geldleistungen für Asylbewerber zu kürzen, um weniger Anreize zu bieten. Das solle von den eigentlich wichtigen Fragen ablenken. Der Kardinal verwies auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe von 2012, nach dem „die Menschenwürde nicht abhängig ist von migrationspolitischen Erwägungen. Da führt kein Weg an gleichen Lebensverhältnissen vorbei – egal ob jemand Asyl sucht oder als armer Deutscher von Hartz IV lebt“, sagte er.

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