Kirche will keine anonymen Gräber: Ärger um die letzte Ruhe


Kein Name – kein Grab. Auf diese simple Formel bringt es der Friedhof der Kirchengemeinde St. Georg/Genin. Foto: Hauke-Christian Dittrich
In Lübeck gibt es Streit. Auf dem Friedhof der evangelischen Kirchengemeinde St. Georg/Genin sollen keine anonymen Bestattungen mehr zulässig sein. Auf dem über 700 Jahre alten Gottesacker an der Geniner Kirche soll es künftig verpflichtend für jedes Grab wenigstens ein Namensschild geben.

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„Wir sind der Auffassung, dass Verstorbenen über den Tod hinaus der Name bleiben sollte, als Menschen und Christen“, sagt die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Monika Paustian. Schon 2009 habe man daher beschlossen, nach der Belegung des bisherigen Gräberfelds für anonyme Bestattungen kein weiteres derartiges Gräberfeld zu schaffen.

Die Gründe für eine anonyme Bestattung können persönlicher oder finanzieller Natur sein. Ein anonymes Grab verursacht geringere Kosten und entlastet vor allem einkommensschwache Familien. Zuweilen wird der Wunsch danach noch zu Lebzeiten geäußert. Eine anonyme Bestattung außerhalb von Friedhöfen ist unter anderem in Ruhewäldern oder auf See möglich.

Was in der Kirchengemeinde für Ärger sorgte: Kirchenmitglieder, die sich eine anonyme Bestattung wünschten, beschwerten sich öffentlich darüber, nun nicht mehr auf dem Friedhof der Gemeinde ruhen zu können, der sie seit ihrer Kindheit angehören.

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1 Comment

  1. Die Schwiegermutter/Mutter (92) wurde verbrannt, ihr Asche im Mittelmeer verstreut. Wo und auf welcher Welle soll ich jetzt eine Namensplakette anbringen ?

    Religiotie ist eine schwere Erkrankung des Gehirns, viel schlimmer als totale Verblödung

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