Vatikanzeitung verurteilt prunkvolle Beerdigung für Mafia-Boss


Bild: hiphop 'n'more
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Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ hat die pompöse Beisetzungsfeier für einen römischen Mafia-Boss scharf kritisiert. Die Beerdigung von Clan-Chef Vittorio Casamonica am Donnerstag sei zu einer „lauten und vulgären Machtdemonstration“ ausgeartet, heißt es im „Osservatore“ (Sonntag). Ein Begräbnis, das nach christlichem Verständnis feierlich und still abgehalten werden sollte, habe die Familie des Verstorbenen als Medienspektakel inszeniert.

kathweb

Bedauerlicherweise sei erneut der Eindruck geschürt worden, zwischen Mafia und katholischer Kirche bestehe zuweilen so etwas wie ein „stilles Einverständnis“. Der Autor des Artikels verwies auf die klare Haltung von Papst Franziskus dazu, der für Mitglieder der Organisierten Kriminalität bei einem Besuch in Kalabrien im Juni 2014 wörtlich die Exkommunikation ausgesprochen hatte. Der Erzbischof von Catanzaro-Squillace, Vincenzo Bertolone, sagte dem „Osservatore“, die Kirche verweigere auch toten Mafiosi nicht das Begräbnis, es müsse aber in einfacher, würdiger Form stattfinden.

Derweil bekräftigte die Diözese Rom, es sei zuvor nicht über die skandalöse Beerdigungsfeier in einer Gemeinde im Osten der Stadt informiert worden. Dabei war der Sarg des Mafia-Bosses in einer sechsspännigen Kutsche transportiert worden; vor der Kirche, in der der Gemeindepriester die Trauerfeier abhielt, spielte eine Kapelle die Melodie aus dem Hollywood-Epos „Der Pate“. Die Beisetzungsfeier hatte international für Schlagzeilen gesorgt. Auch die Kirche erntete harsche Kritik.

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