Warum Sachsen sich schwertut mit „Willkommenskultur“


Rechtextreme haben in den letzten Tagen in Heidenau randaliert. Nun wird der Dialog zu den Bürgern gesucht. Denn weitere 300 Flüchtlinge sollen noch diese Woche im Ort untergebracht werden. Quelle: N24
Wie wurde Sachsen zum Problemland in der Flüchtlingskrise? Ein Grund scheint im Verhalten der Landesregierung zu liegen, die ohne Rücksprache mit den Kommunen handelt. Leipzig zeigt das Dilemma.


Von Sven Eichstädt|DIE WELT

Freital, Dresden, Heidenau – Sachsen erwirbt sich gerade den unrühmlichen Titel des problematischsten Bundeslandes für Flüchtlinge. Sicherlich gibt es viele Gründe, warum es gerade in Sachsen heftige Konflikte um die Unterbringung von Asylbewerbern gibt. Es gibt aber auch einen durchaus politischen, handfesten Grund: Zwischen der Landesregierung – also auch ihren Behörden – und den Kommunen gibt es eine ausgeprägte Kommunikationsstörung. Am deutlichsten zeigt sich dies im Verhältnis zwischen dem Land und der Stadt Leipzig.

Schon seit Längerem gibt es ein Zerwürfnis zwischen Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Innenminister Markus Ulbig (CDU). Es kulminierte in diesen Tagen, als sich der Rathauschef vor den Kopf gestoßen fühlte, nachdem die dem Innenministerium unterstehende Landesdirektion eine denkmalgeschützte Sporthalle der Universität Leipzig für die Unterbringung von mehr als 400 Flüchtlingen auswählte und nutzte – offenbar ohne vorher mit der Stadt Rücksprache zu halten.

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