Wenn Märchendeuter nichts vom Naturalismus R.Dawkins verstanden haben


dawkins

Der an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien lehrende Philosophieprofessor Rudolf Langthaler zeigt in einer schwungvollen Streitschrift, «warum Dawkins unrecht hat».

Von Michael Stallknecht|Neue Zürcher Zeitung

Vor einigen Jahren wartete die Zeitung «Die Welt» im Dezember mit einer Schreckensmeldung auf: «Der Gotteswahn» von Richard Dawkins sei eines der beliebtesten Weihnachtsgeschenke. Tatsächlich mag man sich fragen, warum Menschen ihren Lieben ausgerechnet zu Weihnachten ein Buch verehren, das ihnen verkündet, nach ihrem Tode komme – ausser einem Verrottungsprozess – gar nichts mehr. Doch der britische Evolutionsbiologe ist nun einmal einer der bekanntesten Pop-Stars des Atheismus. Er schafft es regelmässig mit seinen populärwissenschaftlichen Büchern auf die Bestsellerlisten, taucht in Fernsehsendungen auf oder wird von Jurys zum weltweit wichtigsten Denker gewählt. Einen gar nicht so kleinen Anteil daran dürften seine rhetorischen Fähigkeiten haben. Dawkins schreibt pointiert und mitreissend, sein Spott ist oft unterhaltsam, und sein Empörungsgestus lädt zum Mitmachen ein.

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2 Comments

  1. Es gibt fast nichts, was Theologen in ihrem Verständnis als all-wissend von Gott erleuchtet heilig ist. Ausgenommen ist nur die Fähigkeit sich mit Kritk zu beschäftigen – also die Argumente der Kritiker durch eigenes Wissen zu verstehen und im Detail zu widerlegen. Wenn man aber dank eigener göttlicher Idiotie nichts versteht, kann man auch keine fundierte Aussageb machen. Das ist im absolutistischen System unmöglich, wo der oberste von Gott selber erleuchtete Popanz immer im Recht ist, ganz gleich welchen absurden Scheiß er publiziert. Hunderte Wissenschaftler haben vor Tausenden Jahren die Thesen der RKK Religioten als kompletten Schwachsinn demaskiert, trotzdem wurden es fundamentale Weisheiten des Glaubens

    Wissenschaft ist eine offene, freie und im Ergebnis neutrale Methodik des Zweifels, sie nutzt Tests, Hypothesen, Theorien, Fakten, Fossilien zur rationalen Klärung einer allen Beteiligten zugänglichen Ausgangslage. Freie Forschung reduziert Theologie zur Pseudo-Wissenschaft als Paranoia von „Brainwash“ geschädigten Einfaltspinseln mit absoluter Wahrheit über Zombies, Wunder, Untote, Dämonen und ewiges Leben im Nirgendwo. Kritik daran ist als Blasphemie auszurotten, Geldspenden an an falsche Religionen ist der schlimmste denkbare Gottesfrevel. Wissenschaft und Religionen zu vergleichen ist psychopathologisch krank, Verdummbibelte sind unfähig zwischen der Realität und religiöser Mystik einer fiktiven Märchenwelt als kriminelle Abzocke zu unterscheiden, die selbst ernannte Gottesdeuter für sie immer wieder neu erfinden.

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  2. Das übliche eminente Gerede inklusive gönnerhafter Überlegenheitspose, wie unter Theologen üblich. Mit genügend halbgaren Argumenten, von Bewusstsein bis Kant, ist das genau richtig für ein sich als „akademisch“ oder „halbakademisch“ verstehendes Zielpublikum, das es gerne einfach, aber doch „höher“ hätte. Man hat ja seine Ansprüche, wenn auch nicht Fähigkeiten. Das Bewusstsein beispielsweise wird dualistisch nicht um einen Deut besser erklärt als nichtdualistisch in Form eines emergenten Phänomens; nur kann man dualistisch die Teilhabe am überlegenen Geist Gottes als „Erklärung“ besser einschmuggeln. Als ob das seine besondere Qualität erkläre, wo diese doch vorher verbal in Gott supponiert wird. Scheint mir ein ziemlich bescheuerter Zirkel. Ist aber theologische Handelsware. Selbstverständlich darf der hochproblematische Thomas Nagel, der selbst weniger kapiert hat als er seinen Gegnern an Nichtverstehen unterstellt, nicht fehlen. So weit so belanglos.

    Traurig finde ich nur, dass so ein Schmu in der NZZ steht, wie auch unlängst von Volker Gerhardt die verbalen Spielereien mit der Vieldeutigkeit des Wortes „glauben“. Die Selbstbegrenzung der Theologie, die als großzügiges Angebot der Aufforderung an die Naturwissenschaften entgegengehalten wird, sich selbst zu begrenzen, ist eine Mogelpackung. Die Theologie erlaubt sich nach wie vor, auf das Feld der Naturwissenschaften auszugreifen, wo immer das machbar erscheint. Der Herr möge sich einmal bei seinen Kollegen umschauen, ganz zu schweigen von Auslassungen der Sorte Lütz, die ebenfalls für ein „akademisches“ oder „halbakademisches“ Zielpublikum konzipiert und flott geschrieben sind. Die Naturwissenschaft hat ihre Grenzen immer wieder auf der Basis neuer methodologischer und konzeptioneller Zugänge, die sie selbst entwickelt hat, verschoben. Sie bedarf keiner Ratschläge seitens fachlich inkompetenter Theologen, die im Gewande von Philosophen auftreten.

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