Funke NSU: Der NSU-Terror ist nicht vorbei


Hajo Funke mit seinem Zwischenbericht vor dem NSU-Untersuchungsausschusses am 27. Mai 2013 in Erfurt. Foto: imago stock&people
„Es kommt alles raus“, schreibt der Berliner Politologe Hajo Funke in seinem Buch über den NSU-Prozess. Der Wissenschaftler warnt: Das Staatsversagen darf nicht weitergehen.

Von Pitt von Bebenburg|Frankfurter Rundschau

Die rassistische Verbrechensserie des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) ist längst nicht aufgearbeitet. Der Zschäpe-Prozess, Untersuchungsausschüsse und Recherchen von Journalisten liefern zwar Puzzleteile. Aber dadurch erscheint die Rolle des Staates und der Behörden, die eigentlich für Sicherheit zuständig sein sollten, in einem immer undurchsichtigeren Licht.

Der emeritierte Berliner Politikwissenschaftler Hajo Funke bleibt trotzdem Optimist. „Es kommt alles raus“, schreibt er in seinem neuen Buch „Staatsaffäre NSU“. Voraussetzung dafür sei allerdings ein „gesellschaftlicher Aufbruch“, der Druck von unten.

Dieser Aufbruch müsse nicht nur zur besseren Kontrolle des Verfassungsschutzes und zur Abschaffung der V-Leute in ihrer heutigen Form führen. Es gehe auch darum, wachsam zu sein gegenüber den Gefahren des Rechtsterrorismus. „Es gab und gibt eine im Untergrund agierende gewalttätige Naziszene – einen realen ,Nationalsozialistischen Untergrund‘, der weiter existiert“, warnt Funke.

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