Gericht: Homöopathische „Wundertropfen“ gegen Rheuma


Symbolbild, Bild: brightsblog
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  • Ein Münchner Pharmaunternehmen hat ein Produkt als „wahres Wundermittel“ beworben.
  • Wettbewerbshüter wollen dies überzogene Werbung nun gerichtlich untersagen lassen, da sie die Wirkung der homöopathischen Arznei für nicht ausreichend belegt halten.

Von Ekkehard Müller-Jentsch|Süddeutsche.de

Schmerzende Gelenke plagen Millionen Deutsche. Wer ein wirksames Mittel dagegen hat, darf auf gute Geschäfte hoffen. Doch die „sanften Tropfen“, deren „starke Wirkung“ ein mittelständiges Münchner Pharmaunternehmen anpreist, sind Wettbewerbshütern ein Dorn im Auge. Sie halten das homöopathische Arzneimittel zur Behandlung von rheumatischen Schmerzen in Knochen, Knochenhaut, Gelenken, Sehnen und Muskeln keineswegs für ein „wahres Wundermittel“. Vielmehr wollen sie der am Stadtrand sitzenden Firma die nach ihrer Meinung überzogene und damit wettbewerbswidrige Werbung untersagen. Es laufen bereits zwei Prozesse in zwei Instanzen.

Das Arzneimittel enthält Urushiol, gewonnen aus der Pflanze Toxicodendron quercifolium, allgemein bekannt als eichenblättriger Giftsumach. Die sehr giftige Substanz ist allerdings, wie in der Homöopathie üblich, extrem verdünnt: In diesem Fall um sechs Zehnerpotenzen. Der sogenannte Faktor „D6“ enthält nach Aussagen von Fachleuten aber noch nachweisbare Spuren der Ursubstanz.

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