Aufspießen oder Pfahl durch die Brust


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Langsam und qualvoll starb der Gerichtete durch das Gewicht seines eigenen Körpers: Das Pfählen war eine grausame Todesstrafe. Doch es hat eine lange Tradition. In der Antike diente der Pfahl zum Aufspießen. In Mittelalter und Neuzeit hatte er offenbar einen anderen Zweck.

Von Marita Genesis|FOCUS ONLINE

  • Das Pfählen als Todesstrafe hat eine lange Tradition.
  • Gepfählte starben oft durch das eigene Körpergewicht, das sie zu Boden zog.
  • Im Mittelalter wurden Verurteilte gefesselt in einer Grube gelegt und anschließend gepfählt.

Die ältesten Hinweise auf die Strafe des Pfählens sind bereits im Codex Hammurapi (1728-1686 vor Christus) oder im ägyptischen Strafrecht des Königs Merenptha (1215-1209 vor Christus) zu finden. Letzterer beschreibt in einem Text das Pfählen von Feinden. Die dazugehörige Hieroglyphe und spätere Beschreibungen zeigen, dass die Henker den Delinquenten auf einem Pfahl festbanden. Der Bauch lag auf der Pfahlspitze.

Schließlich führte das eigene Körpergewicht dazu, dass der Pfahl sich langsam durch den Körper bohrte und so einen qualvollen langwierigen Tod herbeiführte. Die Strafe wurde öffentlich vollzogen. Neben der Demonstration von Macht sollte die Vorführung des Todeskampfs den damaligen Menschen die Lust auf Straftaten gründlich verderben.