Christian Morgenstern: „Windgespräch“


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Seine „Galgenlieder“ gehören zum Witzigsten, was die deutsche Sprache hervorgebracht hat. Dieses Gedicht aus Christian Morgensterns Nachlass zielt auf die Absurdität des Reisens.
 

Von Jochen Jung|Frankfurter Allgemeine

Christian Morgenstern war ein inniger Follower von Rudolf Steiner und hat viel Lyrisches und Aphoristisches geschrieben, worin dies zum Ausdruck kommt. Berühmt wurde er freilich durch seine „Galgenlieder“, die neben dem Werk Wilhelm Buschs sicher das Umwerfendste sind, was die deutsche Literatur an Humoristischem hervorgebracht hat.

Eines der vielen Gedichte, die Morgensterns Frau Margareta aus dem Nachlass herausgegeben hat (in diesem Fall in der kleinen Sammlung „Die Schallmühle“) ist dieses Gespräch zweier Reisender. Morgenstern selber war viel unterwegs: zum einen Teil wegen Rudolf Steiner, dem er zu seinen zahlreichen Vorträgen folgte, mehr aber noch wegen der Tuberkulose, die ihn seit seiner Jugend quälte, und die er an zahllosen Kurorten loszuwerden hoffte – vergebens, er starb daran.

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