Paris: Wirbel um Kircheneinladung an Front-National-Politikerin


Marion Maréchal-Le Pen 2012. Bild: wikimedia.org/CC BY 2.0

In den französischen Medien, aber auch in der Kirche, sorgt die vom Bischof von Frejus-Toulon, Dominique Rey, verantwortete Einladung an die Front-National(FN)-Politikerin Marion Marechal-Le Pen zu einer Akademie-Veranstaltung für Wirbel. Marechal – sie ist die Enkelin des inzwischen ausgeschlossenen Parteigründers Jean-Marie Le Pen – soll an diesem Samstag bei der fünften Sommeruniversität von Sainte Beaume diskutieren. Es ist das erste Mal, dass ein Vertreter der FN-Parteispitze ein kirchliches Forum erhält. Die Einladung rief scharfe Reaktionen in linken und liberalen Medien hervor.

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Der Mediendirektor der Französischen Bischofskonferenz (CEF), Vincent Neymon, wehrte sich in der Folge in der Zeitung „Nouvel Observateur“ gegen den Vorwurf einer Banalisierung des FN. Die finde vielmehr an der Urne statt. „Aber kann man nicht mit einer gewählten Abgeordneten sprechen, die 30 Prozent der Wähler repräsentiert?“, so Neymnon.

Die Haltung der französischen Bischöfe zum FN bleibe unverändert, erklärte hingegen CEF-Sprecher Olivier Ribadeau-Dumas am Freitag: „Die Zurückweisung des Fremden, die Ablehnung, den Nächsten aufzunehmen und das Bild einer Gesellschaft, die sich in Angst einschließt, sind problematisch“. In einem Interview mit der Tageszeitung „La Croix“ erinnerte er an Erklärung des Lyoner Kardinals Albert Decourtray von 1985. Dessen Worte blieben ebenso gültig wie die entsprechenden Verlautbarungen späterer Jahre.

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