Debatte um Papyrus-Fragment: War Jesus verheiratet?


Das Papyrus-Dokument in koptischer Sprache: Dort soll auch zu lesen sein: „Jesus sagte zu ihnen, meine Frau“. Foto: picture-alliance/dpa
War Jesus verheiratet? Mit dieser Frage befasst sich das Nachrichtenmagazin Focus (München). Es berichtet über neue Erkenntnisse über ein mehr als 1.200 Jahre altes Schriftstück mit der Bezeichnung „Gospel of Jesus´s Wife“ (Deutsch: „Grundsatz von Jesus‘ Ehefrau“), das den Satz enthält: „Jesus sagte zu ihnen: ‚Meine Ehefrau‘.“
 

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Journalisten interpretierten dies als Hinweis darauf, dass Jesus eine sexuelle Beziehung, möglicherweise zu Maria Magdalena, gehabt haben könnte. Wie „Focus“ unter Berufung auf die britische Zeitschrift „The Independent“ schreibt, sind US-amerikanische Wissenschaftler von der Columbia Universität in New York überzeugt, dass das Papyrus-Fragment in der Größe einer Visitenkarte echt sei. James Yardley und einige Kollegen hätten die Tinte untersucht und herausgefunden, dass sie nicht mit der Tinte eines ähnlichen Schriftstücks identisch sei, das sich als Fälschung entpuppt habe. Details würden die Forscher allerdings erst vorlegen, wenn sie ihre Erkenntnisse veröffentlichten und Skeptiker Gelegenheit bekämen, ihre Ansicht kundzutun. Zu ihnen gehört Prof. Christian Askeland vom Wuppertaler Institut für Septuaginta und biblische Forschung. Er hatte sich mit dem als „Evangelium von Johannes“ bezeichneten anderen Papyrus befasst. Dabei habe sich herausgestellt, dass es vor 1200 Jahren in einer Sprache verfasst wurde, die bereits 300 Jahre vorher ausgestorben war. Askeland schloss daraus, dass auch der Papyrus über Jesu angebliche Ehefrau eine Fälschung sei.

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