Das Neonazi-Netz hinter den Flüchtlingsangriffen


Foto: DW Aktionen gegen Flüchtlinge in Deutschland: Die Einfärbung der Städte und Kreise steht für den Stimmanteil für die Partei NPD bei der Bundestagswahl 2013

Die NPD triumphiert. Sie nutzt die Verunsicherung in der Nähe von Flüchtlingsheimen. Besonders gelingt das dort, wo Rechte kommunal verankert sind. Ein Plan, der in ganz Deutschland aufgehen könnte.

Von Uwe Müller, Timo Stukenberg, Olaf Sundermeyer|DIE WELT

Besser hätte es nicht laufen können, jedenfalls aus Sicht der Rechtsextremisten. Da war die Kanzlerin ins sächsische Heidenau gereist, um vor Ort klare Kante zu zeigen. Doch statt Beifall zu ernten, stieß Angela Merkel auf eine Wut, die sie bei ihren Auftritten noch nie erlebt hatte: „Blöde Schlampe“, „Volksverräterin“, schallte es ihr entgegen. Damit hatte niemand gerechnet. Aber war es wirklich Zufall, dass sich hier, in einer kleinen, 16.000-Seelen-Gemeinde nahe Dresden, rassistische Hetze gegen die Kanzlerin Bahn brach?

Aus Sicht von Jens Baur keinesfalls. Am Tag nach den rechtsextremen Pöbeleien gegen Merkel tönt der sächsische Landesvorsitzende der NPD, die Katastrophe von Heidenau sei ein „voller Erfolg“ für seine Partei. Immer wieder hatten er und seine Leute in jüngster Zeit Proteste und Demonstrationen gegen den massenhaften Zustrom von Flüchtlingen organisiert, zuletzt in Dresden und Riesa. Bislang jedoch konnte man nur die ohnehin bekannten Sympathisanten mobilisieren. „Das hat sich nun geändert“, sagt Baur zufrieden. „Jetzt schließen sich Leute aus dem bürgerlichen Lager an.“

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