Es ist, als würde Dir jemand in den Kopf schießen


Xavier-Naidoo
Montage: bb
Es gibt Dinge, die gibt es gar nicht – könnte man meinen. Es gibt sie aber doch. Aktuell haben uns Anwälte von Pop-Star Xavier Naidoo abgemahnt, weil wir über einen gerichtlichen Vergleich angeblich “falsch” berichtet haben. Den Anlass könnte man als “absurd” betrachten – er ist aber todernst. Die Angelegenheit ist mehr als brisant, sie kann existenzvernichtend werden. Deswegen bitten wir Sie um Ihre Unterstützung. Lesen Sie unseren Text, teilen Sie ihn, debattieren Sie mit anderen darüber.

Von Hardy Prothmann|RHEINECKARBLOG

In den meisten Ländern der Welt gibt es keinen ordentlichen Journalismus und wenn es doch kritische Journalisten gibt, werden diese drangsaliert, verfolgt, bedroht, verschleppt und gar nicht selten wird ihnen tödlich in den Kopf geschossen.

In Deutschland überleben Journalisten in der Regel, aber “es ist, als würde Dir jemand eine Kugel in den Kopf schießen”, gibt es auch hier. Viele Verleger und Chefredakteure diktieren ihren Journalisten, was sie wie zu berichten haben – wer dagegen verstößt, kriegt Ärger oder wird entlassen. Die meisten akzeptieren die so genannte “Schere im Kopf”, man braucht das Auskommen, für sich und die Familie.

Durchgeladene Gedankentöterknarre im Anschlag

“Schere im Kopf” klingt wie Bastelstunde. Ich sage, es ist wie ein Kopfschuss, der jeden weiteren kritischen Gedanken nicht “ausschneiden”, sondern auslöschen soll. Und diese Bedrohung wird immer massiver. Zunehmend durch Prominente wie auch Unternehmen, die Journalisten abmahnen lassen.

Einer, der die Gedankentöterknarre aktuell mit “Dum-Dum-Geschossen” durchgeladen hat, ist Xavier Naidoo. Paradoxerweise jemand, der für sich selbst als “kämpferischer Systemkritiker” die “Meinungs- und Kunstfreiheit” einfordert, nach der er als “kritischer Mensch” auch “nicht-massentaugliche” Äußerungen von sich geben will.

Einem Journalisten und der Amadeu Antonio Stiftung, die sich im Kampf gegen Rechts engagieren, wollte er umgekehrt Aussagen über sich verbieten lassen, die ihm nicht gefallen.

Während Herr Naidoo irgendwelche “Wahrheiten” als “Künstler” in die Welt setzt, streiten seine Anwälte über kleinste Details, die ein Journalist in einem Artikel über Herrn Naidoo behauptet. Heraus kommt vor Gericht ein Vergleich.

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