Die Kinder der Anderen


Am Mittwoch wurde die Leiche eines Flüchtlingsjungen an einem türkischen Strand nahe Bodrum gefunden. Er wurde nur drei Jahre alt. © Nilufer Demir/Reuters
Das Bild eines toten Jungen an einem türkischen Strand schockiert die Welt. Er wurde nur drei Jahre alt. Die Politik trägt Verantwortung. Sie muss schnelle Antworten finden und sofort handeln.

Von Philipp Jessen|stern.de

Ein Junge liegt am Strand. Das kleine rote T-Shirt ist hochgerutscht. Er ist klitschnass. Seine Eltern sind nicht zu sehen. Er ist ganz alleine. Er heisst Ailan Kurdi. Er ist tot.

Dieses Foto tut unglaublich weh. Es bebildert auf tragische Weise das absolute Versagen der Politik. Wir ertrinken im Wohlstand. Syrische Kinder, auf der Flucht vor Krieg und Elend, ertrinken im Mittelmeer. Direkt vor Europas Küste. Dort, wo wir Sommerurlaub machen.

Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Und die Problemstellung, vor die uns die Massen an Flüchtlingen stellen, ist komplex. Aber der Tod eines Kindes ist nicht komplex. Sondern einfach nur grausam. Das Kind ist tot. Es wird nicht aufwachsen. Nicht mehr lachen. Nicht mehr spielen. Nicht mehr zu Schule gehen. Nicht mehr nachts in das Bett seiner Eltern krabbeln. Es wird in eine Kiste gesteckt – und in einem fremden Land, weit weg von zu Hause, vergraben.

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