Syrien-Flüchtlinge: Was machen die reichen Golfstaaten?


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Saudi-Arabien, Kuweit, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Katar nehmen keine Flüchtlinge auf. Sie könnten mit ihren Kapazitäten allerdings viele aufnehmen

Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Dass sich Saudi-Arabien und Katar – auch wenn dies deren Regierungen offiziell bestreiten mögen – in den syrischen Krieg einmischen, mit Geld und Waffen, ist mehr als ein „offenes Geheimnis“. So unterstützt zum Beispiel Saudi-Arabien dschihadistische Milizen wie Ahrar al-Sham, die Verbindungen zu al-Qaida hat.

Aus dem Ziel, den syrischen Präsidenten Baschar-al-Assad von seiner Position zu entfernen und einen Regime-Change herbeizuführen, haben die Golfstaaten nie ein Hehl gemacht. Wenn es um die Konsequenzen des von ihnen unterstützten Krieges geht, um die geschätzt 4 Millionen Flüchtlinge, die bisher aus Syrien ausgereist sind, halten sich reichen Golfstaaten jedoch bedeckt. Sie geben Geld, wie das UNHCR berichtet.

Flüchtlinge nehmen sie aber nicht auf. Auf der UNHCR-Webseite kann sich der Leser über die Zahl von 133 Refugees und 88 Asylsuchende wundern, die als „statistischer Schnappschuss“ für Katar notiert werden. Wie sich die Zahl zusammensetzt, woher die Flüchtlinge stammen, geht aus den erklärenden Anmerkungen nicht hervor.

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5 Comments

  1. Nickpol
    Saudi hat nur 3 große Städte, Riyadh, Jeddah und Al Kobar mit dem Ölhafen Ras Tanura. Diese 3 Städte haben damals zusammen etwa 2-3 Millionen Einwohner, Riyadh mit weniger als 1 Million Saudis. Im Vergleich dazu war Hannover dagegen sehr groß, das hatte 600.00

    Auf der Strecke von 1200 km Riyadh – Jeddah, die ich wegen dem Flugchaos oft gefahren bin, gibt es nur die Orte Taif auf 1400 mNN mit weniger als 20.000 Einwohnern (Sommersitz des Königs) und Mekka mit geringfügig mehr – sieht man von den vielen Pilgern ab. Die bevölkern außerdem noch Medina. Als „Christen“ mussten wir Mekka im großen Bogen umfahren. Unsere Firma hat u.a. den Pilgerterminal im Flughafen Jeddah elektrifiziert, ich habe dort oft in Camp übernachtet.

    Auf der Strecke Riyadh – Al Kobar am Persischen Golf mit 500 km gibt es nur den Ort Huff Huff mit allenfalls 30.000 Einwohnern. Obwohl Saudi absolut sicher keine Deutschen Leopard I Panzer hatte, fuhren dort weithin sichtbar einige Hundert in der Wüste spazieren. Die Schweiz hatte etwa 430 Stück gekauft

    Der Rest des Landes ist leer, es gibt oft auf der einzigen Straße Abschnitte, da steht auf 400 km nicht einmal eine Tankstelle oder ein einziger Baum – Sand so weit man schauen kann. Die Orte weiter weg von Riyadh wie etwa Buhreida sind Nester mit wenigen als 1000 Saudis. Man kommt alles zusammen nicht einmal auf 6 Millionen
    Da Land hat damals kein Meldesystem der Einwohner, es existieren nur grobe Schätzungen.

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    1. Quatsch emporda. Mekka und Medina sind Millionen-Städte. Dammam, Taif, Tabuk Großstädte usw. Es gibt insgesamt mehr als 20 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern.

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  2. Die reichen Golfstaaten haben genug Ausländer und kommen damit kaum klar. Zu meiner Zeit in Saudi Arabien hatte das Land etwa 5 Millionen Saudis und 20 Millionen Gastarbeiter, alle sauber getrennt in etwa 7 sozialen Klassen.

    So ein System aufrecht zu erhalten funktioniert nur mit brutaler Gewalt. Dort haben Menschen keine Zukunft und keinen Platz, die unbedingt auf Einhaltung ihrer speziellen Kultur und Riten bestehen.

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