Die Wirtschaft fordert für Flüchtlinge einen schnelleren Zugang zu Jobs


Die Wirtschaft sieht in Flüchtlingen vor allem ihr ungenutztes Arbeitsmarktpotenzial und klinkt sich mit dieser Sichtweise unüberhörbar in die Flüchtlingsdebatte ein. Migrationsforscher begrüßen diese Position, wenn sie auch Züge von Eigennutz trägt.

Von Miriam Bunjes|evangelisch.de

Flüchtlingspolitik wird Chefsache für die deutsche Wirtschaft: Post-Chef Frank Appel fordert eine schnellere Arbeitserlaubnis für Flüchtlinge. Der Präsident des Industrie- und Handelskammertags DIHK, Eric Schweitzer, will Abschiebestopps für Flüchtlinge während und zwei Jahre nach einer Ausbildung, damit sich die Investition in den Azubi für den Betrieb lohnt. Und der Boss des Chemiekonzerns Evonik, Klaus Engel, findet es fatal, abgelehnte Asylbewerber einfach abzuschieben statt zu prüfen, ob sie der deutschen Wirtschaft als Arbeitnehmer nutzen.

Nur drei Stimmen von vielen aus der Wirtschaft, die sich in der Flüchtlingsdebatte sehr einig ist: Angst vor Überforderung durch zu viele Zuwanderer hat hier niemand. „Deutschland muss das Arbeitsmarktpotenzial der vielen Asylbewerber mit Bleibeperspektiven besser nutzen“, sagt Alexander Wilhelm, Arbeitsmarktexperte der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), dem größten Lobbyverband der deutschen Wirtschaft.

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