Hirnforschung: Auf den Spuren des Erinnerns


Image: NOAA/Flickr
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Den Nobelpreis erhielt er für eine Entdeckung in der Immunologie, nun erforscht Susumu Tonegawa das Gedächtnis. Über seine faszinierenden Erkenntnisse in diesem Bereich berichtet er im Gespräch.

Von Nicola von Lutterotti|Neue Zürcher Zeitung

Was hat Sie dazu bewogen, in die Hirnforschung zu wechseln?

Nach insgesamt 15 Jahren in der Immunologie wollte ich meine molekularbiologischen Kenntnisse dazu nutzen, einige der interessantesten Fragestellungen in den Lebenswissenschaften genauer zu beleuchten. Und was ist faszinierender als das Gehirn? Daher habe ich mich der Hirnforschung zugewandt, obwohl ich davon zunächst keine Ahnung hatte (lacht).

Es kann durchaus Vorteile haben, ganz unvoreingenommen an eine neue Fragestellung heranzugehen.

Absolut. Bei mir kommen noch zwei weitere Dinge dazu: Zum einen kann ich mich sehr rasch in neue Gebiete einarbeiten, und zum anderen stört es mich nicht, etwas nicht zu wissen. Wenn man etwas Neues lernt, sind Wissenslücken völlig normal. In der Forschung kommt es ja vor allem darauf an, grosse Zusammenhänge zu verstehen. Wenn meine Studenten mich auf etwas hinweisen, das mir nicht bekannt ist, können sie mich damit nicht in Verlegenheit bringen. Ich sage dann nur: «Erkläre es mir, ich möchte gern dazulernen.»

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