Biologie als Kränkung: Unsere deutschen Kreationisten


Bild: youtube. Screengrab: bb
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Viel ist von der menschlichen Hybris die Rede, die den Planeten zerstöre, wenn man ihr nicht Einhalt gebiete. Aber dass die Natur dem Menschen Grenzen setzen könnte, ist uns in Wahrheit sehr unangenehm. Ein gutes Beispiel dafür ist die Gender-Debatte.

Von Jan Fleischhauer|SpON

Wie alt ist die Erde? Zwischen 4,5 und 4,6 Milliarden Jahre schätzt die Geologie, aber das ist, wie einem jeder Kreationist darlegen kann, das Ergebnis blinder Wissenschaftsgläubigkeit. Wer die Heilige Schrift kennt, weiß, dass die Erde vor 6000 Jahren entstanden ist. Im Ussher-Lightfoot-Kalender, der das Erdalter anhand biblischer Stammbäume berechnet, fällt der Schöpfungstag auf den 23. Oktober 4004 vor Christus.

In Deutschland hat der Kreationismus nie wirklich Fuß fassen können. Aber das heißt nicht, dass uns der Okkultismus fremd wäre, er findet bei uns nur andere Ausdrucksformen. Auch bei uns genießen die Naturwissenschaften einen eher zweifelhaften Ruf, wie jede Diskussion zur Vererbungslehre, der Intelligenzforschung oder der derzeit an den Universitäten modischen Gender-Theorie zeigt. Wer an der Überzeugung festhält, dass die Natur den Menschen sehr viel stärker im Griff hat, als es die Kulturwissenschaften für wünschenswert halten, gilt schnell als „Biologist“.

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3 Comments

  1. Nachtrag
    Für Religioten ohne Fachwissen sind Fossilien und Fakten immer falsch wie der atomare Zerfall von Nukliden, Kalkbildung der Sedimente, Röntgen Lumineszenz, Dendrologie, Eisbohrkerne bis 1,5 Mio. Jahre alt, 140 Mill. Jahre alte Insekten in Bernstein usw. Der Archäopteryx zwischen Reptil und Vogel ist für Religioten gefälscht (ICR Impact 1989).

    Beim biblischen Erdalter von nur 6.018 Jahren sind schnell zerfallende Nuklide messbar, nichts wurde je gefunden. Der Nuklidzerfall erlaubt ein Zeitfenster, was die Religioten leugnen. Für sie hat der himmlische Zombie Fossilien und Artefakte extra vergraben, um unseren Glauben zu prüfen.

    Radioaktiver Kohlenstoff C-14 mit 5.730 Jahren Halbwertzeit ist durch stetigen Zerfall datiertbar von 500 bis 55.000 Jahre (1 Teil pro Billionen ppt). Die vorhandenen C-14 Atome werden per Massenspektrometrie gezählt und in Relation gesetzt, Variationen der Atmosphäre in einzelnen historischen Zeiträumen werden dabei berücksichtigt. Hafnium-182 im Mondgestein mit 9 Mill. Jahren Halbwertzeit eignet sich bis zum Erdalter von 4,5 Milliarden Jahren.

    Bei nur 6000 Jahren Erdalter müssten nahezu alle kutzlebigen Nukleide von Elementen nachgewiesen werden können – ohne Erfolg. Folglich ist Wissenschaft und die Evolutionstheorie nur ein Glaube wie jener an Frau Holle, Schneewittchen und die 7 Zwerge

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  2. Die absolut wahre Bibel scheitert schon an der Blödheit ihrer alten von Gott erleuchteten Weisen, die alle nicht rechen konnten.

    Das Lukas Evangelium hat 57 Generationen bis Abraham, das Matthäus Evangelium nur 41. Die Zeit der Patriarchen von Adam bis Abraham dauert 1.656 Jahre im mittelhebräischen, 1.307 Jahre im Samaritian Text und 2.342 Jahre in der Septuaginta. Also ist das Erdalter nach Bischof Ussher irgendwie 2000 Jahre älter oder auch nicht

    Frühe Sprachen im Mittelmeerraum wie Latein, Akkadisch, Phönizisch, Aramäisch, Hebräisch, Keilschrift, Hieratisch, Demotisch, Ugarit, Altgriechisch, Latein usw. haben keine Null, Dezimalen und Vorzeichen als negative Zahl. Es gibt 9 einstellige Zahlen. die Römer nutzen ganze Brüche wie 1/12. So hat das Jahr 12 Monate, die Stunde 60 Minuten, Dutzend oder Gros sind üblich Begriffe. Die Null des indischen Astronomen Brahmagupta wird erst nach 750 n.C. in das arabische Zahlensystem übernommen.

    Die Kalenderreform von Papst Gregor III um 1585 n.C. schafft volle Akzeptanz, in religiöser Mathematik folgt auf das Jahr 1 v.C. das Jahr 1 n.C.. Negative Zahlen werden als Erweiterung über die Null erst nach 1200 n.C. von Kaufleute genutzt. Nur Kulturen in Südamerika und dem frühen Indien erkennen die geniale Logik der Null, im religiös dominierten Mittelmeerraum ist Wissen nur sündhafte Eitelkeit. Texte großer Gelehrter werden ignoriert oder gar ausradiert um teures Pergament mit religiösem Geschwurbel zu vergeuden. Mythen und Betrug sind angesagt, nicht etwa Wissen und Logik.

    Jerusalem hätte nach Abständen zwischen den Toren 4.800 Hektar anstatt real 6 (Fläche der 47 n.C. ummauerten Altstadt), abzüglich der Wege und Plätze reicht das für max. 1.000 Menschen. Flavius Josephus erwähnt Manethos Aegyptiaca und die Belagerung von Auaris mit 180.000 Mann sowie den Abzug von 240.000 Hyksos mitsamt dem Hausstand, was nach Größe des Dorfes Auaris um den üblichen Faktor 1.000 übertrieben ist. Er berichtet auch über eine Panik in Jerusalem mit 20 Toten, in Altgriechisch übersetzt wird das zu 20.000 Opfern in einem Ort von etwa 1.000 Einwohnern auf nur 6 Hektar. Die Assyrer haben biblisch um 700 v.C. bei der Belagerung Jerusalems 185.000 Pesttote. Die hätten alle zusammen auf den 6 Hektar Fläche der Stadt mit etwa 250 Einwohnern keinen Platz gehabt.

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