TuS Makkabi in Berlin: Antisemitische Beleidigungen im Plauderton


Respekt im Spiel. Das wünschen sich die Makkabi-Spieler öfter. – Foto: Imago
Vulgäre Nazi-Parolen gegen Makkabi sind die Ausnahme geworden, Beleidigungen kommen jetzt beiläufig und mit Zwischentönen.

Von Frank Bachner|DER TAGESSPIEGEL

Fabian Weissbarth hatte seinen Gegenspieler gut im Griff, er hatte ihn ein paar Mal ausgedribbelt, aber nun war auch gut. Sein Gegner hatte keine Lust mehr, sich von dem Mittelfeldspieler des TuS Makkabi düpieren zu lassen. Also knurrte er ihm einen Spruch entgegen: „An mir kommst du jetzt nicht mehr vorbei, du Jude.“ Du Jude! Dieser Zusatz, der schmerzte. Das Spiel ist schon eine Zeitlang her, aber Weissbarth spürt noch immer den Stich, den ihm dieser Satz versetzt hat. Es war ein ganz normales Fußballspiel, dieser Zusatz hob den Zweikampf auf eine andere, eine beleidigende Ebene. Du Jude, das war als Häme gedacht, als spezielle Abwertung. „Was hat Religion beim Fußball zu suchen?“, fragt Weissbarth.

Aber bei TuS Makkabi, dem jüdischen Verein in Berlin, hat die Religion immer wieder etwas mit dem Fußball zu tun. Vor einer Woche wurde das Spiel von Makkabi III, Kreisklasse, abgebrochen. Makkabi III hatte gegen Meteor III gespielt, ein Meteor-Spieler hatte einen Makkabi-Anhänger getreten und „als „Drecksjude“ beschimpft“.

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