Vitus Huonder: Dodo des Monats August 2015


Dodo des Monats August 2015
Dodo des Monats August 2015

Vitus_HuonderDie Wahl zum Dodo des Monats August gestaltete sich recht interessant. Mein Favorit wäre ja dieser evangelische Theologie-Professor gewesen, der meinte, dass das Alte Testament die Bibel von Jesus gewesen sei. Selbst unter dem äußerst fragwürdigen Aspekt, dass Jesus gelebt habe, ist das Alte Testament wesentlich später entstanden. So sind Theologen, was nicht passt wird passend gemacht, je größer die Lüge um so eher wird sie gelaubt.
Ein besonderes Exemplar christlicher Provinienz ist Vitus Huonder. Apostel der Diözese Chur in der Schweiz. Er ist quasi der letzte lebende Katholik, ein Fossil aus den vergangenen Hochzeiten apostolischer Macht. Die Welt, wie sie sich heute darstellt kränkt ihn. Mit diesem Problem steht der bischöfliche Pfaffe nicht allein.

Liest man die Quellen im Internet so kennt der Churer Apostel eigentlich nur ein Thema; Sex. In jedweder Form, Familie, Ehe, Homosexualität, der Griff in den Schritt, ob weiblich oder männlich ist bei im Gewissheit, da will er mitreden, Sex ist göttlich. Und hier offenbart Huonder eine durchaus pervers zu nennende Sicht auf die Welt. Der introvertierte, selbstgefällige Bischof, ein Chor von Schmeichlern umgibt ihn,  lebt in einem selbst geschaffenen Refugium katholischen Glaubens, mit einem erbärmlichen Menschenbild. Das schwule Ebenbild Gottes will er nicht anerkennen, sein imago dei ist hetero, rein und gottgefällig, also ihm, dem Bischof auf Erden. Danach kommen die Frauen, die Knaus-Ogino-Methode als einzige weltkirchlich anerkannt, Abtreibung ist Mord, weltliche Scheidung ungültig, Ehe sei göttlich. Der Heilsbringer für das richtige christlich-katholische Leben ist Vitus Huonder, der dämonische Imperativ eines Neurotikers. Ehrlich, unter anderen Umständen würde der Mann in eine Klappsmühle gehören und sich professioneller Hilfe unterziehen müssen.

Hört, liest man seine Reden, Veröffentlichungen schleicht ein Gedanke ins Gehirn, der Mann ist stockschwul und ein abgewiesener Liebhaber.

Beim Kongress „Freude am Glauben“, vom Forum deutscher Katholiken realisiert konnte er endlich seine Bibel-Exegese an das Kirchenvolk bringen.

Lev 20,13

«Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen»

Das katholische Familienmodell, sein Familienmodell, ist das einzig Richtige, Wahre, Unübertroffene. Alles andere ist Dreck, Abschaum, tötenswert. Das hier geoffenbarte Menschenbild ist erbärmlich, empathielos und inhuman.
Die römische Spukgestalt, Vizegott, meint, dass er nicht über Schwule, Lesben usw. richten könne, schließt aber die schwule Schöpfung seines Gottes aus. Franz in Rom ist ein Schwätzer, die Drecksarbeit machen seine Bischöfe, hier wird der heilige Geist materielle Gewalt, der gute Opa sitzt in Rom.

Die Entschuldigung für das Zitat ist keine. Die Homophobie Huonders, seine Ablehnung alles außerkatholischen, die persönliche Überzeugung vom eigenen Sendungsbewusstsein, die arrogante Eitelkeit tragen Prozesscharakter. Dem öffentlichen Protest wurde mit Zweckverhalten begegnet. Manifestierte Lüge. Nach der Beichte ist das aber alles wieder völlig in Ordnung und der Herr schaut mit Wohlwollen auf den personifizierten Menschenfeind.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch zum Dodo.