Flüchtlingsunterkunft: Brandstifter haben wohl Gas in Turnhalle Nauen geleitet


Die Turnhalle in Nauen war als Notunterkunft für etwa 100 Flüchtlinge geplant, dann war sie das Ziel eines – offenbar lange geplanten – Anschlags. – Foto: Julian Stähle/dpa
Nach dem Anschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen deutet alles darauf hin, dass die Täter den Brand detailliert geplant hatten.

Von Alexander Fröhlich, Hardy Krüger, Sören Kohlhuber|DER TAGESSPIEGEL

Bei dem Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in einer Turnhalle Ende August in Nauen (Havelland) sind die Täter offenbar besonders heimtückisch vorgegangen. Nach Tagesspiegel-Informationen hat sich der zunächst aus Reihen der Linken in Brandenburg geäußerte und später von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) aufgegriffene Verdacht erhärtet, bei dem Anschlag handle es sich um rechten Terror. Offenbar vermuten die Ermittler inzwischen, dass die mutmaßlich rechtsextremen Täter Gas in die Turnhalle eingeleitet haben.

Der Anschlag war offenbar professionell geplant

Dafür spricht auch die Spurenlage am Tatort. Die Polizei fand an der Turnhalle Autoreifen, die angesteckt wurden, und eine Gasflasche. Aus Sicht der Ermittler war der Anschlag besonders perfide: Denn die Täter haben ihr Vorgehen offenbar detailliert und professionell geplant – während es sich bei anderen Brandanschlägen auf Flüchtlingsheime oft um spontane Taten handelt, bei denen Täter häufig Brandsätze werfen oder direkt in Gebäuden Feuer legen.

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